Insgesamt zwölf Filme drehte Dieter Eppler unter seinem Stammregisseur Harald Reinl: Kriegsfilme, Historienfilme, Agentenfilme und Krimis – darunter drei echte Edgar-Wallace-Filme, ein Bryan-Edgar-Wallace-Film und ein Weinert-Wilton-Film. Dabei war er sehr flexibel einsetzbar, was für ihn Fluch und Segen zugleich war.
Zunächst bekam Eppler in den 1950er-Jahren wegen seiner robust-athletischen Figur und seines blonden Haars den Spitznamen „Jung Siegfried“ verpasst und schien wie geschaffen für positive wie auch negative Figuren in Kriegsfilmen. Diesen Typ erweiterte er in Krimis in unterschiedliche Richtungen: vital und geheimnisvoll in „Der Frosch mit der Maske“ (1959), arrogant bis panisch in „Die Bande des Schreckens“ (1960) sowie hinterlistig und gierig in „Der unheimliche Mönch“ (1965) – so viel Flexibilität zeigte er allein in den echten Wallace-Filmen. Seriös-biedere Typen („Die weiße Spinne“, „Das Wirtshaus von Dartmoor“) oder triebhafte Charaktere („Der Würger von Schloss Darkmoor“) bildeten die extremen Pole seiner Darstellungen.
So beeindruckend seine Leistungen auch waren – unglücklicherweise gab es für all diese einzelnen Typen bereits genau darauf spezialisierte Kultstars wie Klaus Kinski, Dieter Borsche oder Werner Peters, sodass Dieter Eppler in der Filmgeschichte häufig jemand blieb, der es eben „auch konnte“.
Zwar war Dieter Eppler einer der ersten drei Tatort-Kommissare (Kommissar Liersdahl: zwei Fälle, dazu dreimal Gastkommissar) und wurde ein vielbeschäftigter, weil flexibler Fernsehdarsteller der 1970er- und 1980er-Jahre, allerdings wurden seine Rollen im Großen und Ganzen kleiner (etwa in den beiden genialen Alfred-Vohrer-Derricks „Tote Vögel singen nicht“ und „Schock“). Der sympathische Darsteller wurde für das breite Fernsehpublikum zu einem Gesicht, das man kannte, ohne sich genau an den Namen zu erinnern.
Der Film, der Dieter Epplers Fähigkeiten am besten zu nutzen wusste, war der Krimi „Die weiße Spinne“ (1963). Harald Reinl besetzte ihn hier geschickt als verbrecherischen Verwandlungskünstler Falconetti, der in sieben (?) verschiedenen Rollen auftritt. Es ist der Dieter-Eppler-Film, in dem er durch seine enorme Wandlungsfähigkeit nachhaltig beeindruckt.
Was viele nicht wissen: In über 40 Hörspielen führte er Regie und war daneben auch ein sehr gefragter Sprecher.
Zuletzt sah man ihn in zahlreichen Fernsehserien, etwa „Der Landarzt“.
Verfasser: Hans-Jürgen Osmers I Sämtliche Texte unterliegen dem Urheberrecht und dürfen ohne Zustimmung und Quellenangabe nicht anderweitig verwendet werden.